Gewächshaus im Winter betreiben

Wenn der Sommer sich dem Ende entgegen neigt, stellt sich zwangsläufig Fragen zur Überwinterung von Pflanzen. Welche Möglichkeiten zur Nutzung gibt es während der kalten Jahreszeit?

Wichtig ist für Pflanzen vor allem, dass der Frost draußen bleibt und auch sonst einigermassen geregelte Temperaturen herrschen. Eine kleine Übersicht mit Tipps & Tricks dazu finden sie hier:

 

Wie bleibt das Gewächshaus frostfrei?

Wer plant, seine Topfpflanzen im Gewächshaus zu überwintern, sollte sich rechtzeitig, spätestens, wenn die Außentemperatur unter 10 Grad fällt, um eine Dämmung kümmern. Möglich dafür sind Schilf- oder Kokosmatten und mehrlagige Noppenfolien. Pflanzen aus den Tropen oder Subtropen möchten es wärmer haben, dafür ist der Einbau einer Wärmequelle notwendig. Diesen Dienst erledigen Heizstrahler, die mit Propangas oder Petroleum, mit Strom oder durch Solarpaneele betrieben werden. Ein Anlehngewächshaus kann über die Ölheizung des Wohnhauses mit Wärme beliefert werden.

 

Welche Hilfsmittel gibt es um Frost vorzubeugen

  • Frostwächter: Er misst die Umgebungstemperatur und erwärmt, bei Wahrnehmung des kritischen Messwerts, das Gewächshaus über den Gefrierpunkt. Er kann elektrisch oder mit Gas betrieben werden.
  • Frostschutzheizkabel: Schützen die Wasserleitung, Dachrinnen, Töpfe, Pflanzen
  • Gewächshausfolien, Abdeckplanen, Kokos-, Schilf-, Strohmatten, Vlieshauben
  • Baumscheiben aus schwerer Luftpolsterfolie
  • Überwinterungszelte: aus 3-lagiger Folie
  • Bodenisolierung: als Dämmschutz vor aufsteigender Kälte

Neben der Stabilisierung der Umgebungstemperatur ist für manche Arten die Erhöhung der Bodenwärme überlebenswichtig. Wer schon einmal ein Orchideenhaus besucht hat, weiß, welcher Aufwand dort mit den Tropengeschöpfen getrieben wird. Hobbygärtnern gelingt das mit einem

 

Funktioniert ein Gewächshaus im Winter ohne Heizung?

Damit die Lufttemperatur über dem Gefrierpunkt gehalten werden kann, kommen mit Propangas betriebene Heizstrahler mit eingebautem Thermostat und automatischer Abschaltfunktion zum Einsatz.

Sie arbeiten mit einer Leistung ab 2,5 Kilowatt und verhindern, dass Gemüsepflanzen Frostschäden erleiden. Wer ein Folienhaus oder ein Gewächshaus mit einfacher Glasabdeckung besitzt, kann mit diesen Geräten die Erntesaison bis in den März hinein verlängern. Besonders wohl fühlt sich

  • Grün- oder Rotkohl, Endiviensalat, Zuckerhut,
  • Karotten, Pastinaken, Porree, Schnittlauch, Petersilie.

 

EXPERTENTIPP!

Eine relativ neue, preisgünstige Heizungsvariante, macht sich die Kraft der Wintersonne zunutze. Dabei werden wassergefüllte Polyethylenschläuche zwischen die Pflanzen gelegt und entlang der Fenster montiert. Tagsüber erwärmt sich ihr Inhalt, nachts geben sie ihre Energie langsam an die Umgebung ab.

 

Welche Gewächshaus-Temperaturen sind im Winter ideal?

Ideal ist alles, was den natürlichen Lebensbedingungen einer Pflanzenart zumindest nahekommt. Viele Topfpflanzen, dazu gehören neben den Palmenarten,

  • Feigen,
  • Oliven,
  • Oleander,
  • Zitruspflanzen,
  • Kamelien,

kommen aus dem Mittelmeerraum oder aus subtropischen Gegenden. Sie würden, in einem unbeheizten Haus, unter kalten Füßen leiden und wünschen sich im Winter eine wärmere Pflege. Wer sie richtig betreuen will, erreicht das einer der folgenden Möglichkeiten.

 

Kalthaus

Profimodelle sind, neben der Heizung, mit einer vollautomatischen Lüftung, Schattierung, einem Hygro- und Thermometer ausgestattet. Diese Vollversion zahlt sich allerdings nur für stabile Hauskonstruktionen mit gedämmten Fenstern aus. Die konstante Überwachung hat den Vorteil, dass Schädlinge und Krankheiten hintangehalten ? werden können. Ziel der Aktion ist die Stabilisierung der Temperatur bei 6 – 10° Celsius.

 

TIPP!

Gerade bei Orangen, Zitronen, Kumquats (Zwergorangen) löst die ausgeprägte Winterruhe die Blüte aus. Kamelien und echte Grünteepflanzen haben ähnliche Bedürfnisse. Also wenig gießen und nicht durch gut gemeinte Wärmegaben wecken. Dann blühen sie, spätestens ab Jänner, so wundervoll wie hier:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3a/Fiore_di_camelia.jpg

Neben der Stabilisierung der Umgebungstemperatur ist für manche Arten die Erhöhung der Bodenwärme überlebenswichtig. Wer schon einmal ein Orchideenhaus besucht hat, weiß, welcher Aufwand dort mit den Tropengeschöpfen getrieben wird. Hobbygärtnern gelingt das mit einem

 

Tropenhaus

Wie eingangs bereits beschrieben, liegen die Temperaturwerte hier ganzjährig bei 25 °Celsius. Damit die Wärme nicht verloren geht, sind die Fenster mit Isolierglas bestückt. Das Fundament hat eine Fußbodenheizung, die vollautomatische Lüftung reduziert die Ansammlung von Kondenswasser und vermindert so die Gefahr von Schimmelbefall. Die Schattierung lässt die nötige Lichtmenge durch, das zusätzliche LED-Licht unterstützt das Wachstum. Wenn das Hygrometer einen signifikanten Abfall der Luftfeuchtigkeit meldet, springt die Nebelanlage an und gleicht das Defizit aus.

 

Lohnt sich ein Tropenhaus?

Wer sich in die englische Gartenliteratur vertieft, erkennt bald, dass der Betrieb eines Warmhauses dort ein prestigeträchtiges Hobby ist. Liebhaber bestehen darauf, ganzjährig Kaffeebohnen zu ernten, Vanille aus selbst fermentieren Schoten zu kosten, manche versteigen sich sogar so weit, tropische Schmetterlingsarten züchten zu wollen, immer abhängig von den finanziellen Möglichkeiten natürlich.

Hier haben fünf Falter ein Selfie geschossen!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/46/Schmetterlingshaus_Mannheim.jpg

 

EXPERTENTIPP!

Bestücken Sie Wärme liebende Arten möglichst sorgfältig mit Pflanzetiketten, beschriften Sie diese mit einem wasserfesten Stift, führen Sie dabei, stichwortartig, alle Standortwünsche auf.

Ein seriöser Händler liefert diese Informationen immer mit.

Sie sollten sich genau daran halten, andernfalls drohen Ernteeinbußen. Wenn Sie zwischen dem zugesandten Saatgut und den Jungpflanzen kein solches Beiblatt entdecken können, hilft die Recherche in einer Pflanzendatenbank. Onlineforen eignen sich für diesen Zweck eher weniger.